Überfluss

Letztens wanderte ich mit einem Freund am Lech entlang. Der Lech hat viele Staustufen die durch den Regen der letzten Wochen randvoll sind. Das überschüssige Wasser donnerte nur so über die Stauwand. Beeindruckend!

Wir redeten beim Weitergehen noch eine Weile über die Kraft der Elemente. Über den Reichtum der Natur. Über den Überfluss, den Mutter Erde bereithält.

ÜBERFLUSS

Genau so, wie das überschüssige Wasser an der Staumauer, sind viele Dinge in unserem Leben überflüssig. Ich meine mit überflüssig, dass wir diese Sachen oder Handlungen im Moment nicht unbedingt benötigen. Manche überflüssigen Dinge machen uns Freude. Daraus machen wir manchmal sogar ein Hobby und sammeln sie. Manche überflüssigen Dinge behindern uns und sind uns im Weg. Das können Gegenstände, Handlungen und Gewohnheiten sein.

Manche sagen ja auch, wir leben in einer Überflussgesellschaft. Aber anscheinend geht viel von der Freude und Kraft die man bei all dem Überfluss erwarten könnte, an uns vorbei. Und das darf sich meiner Meinung nach ändern.

Der Überfluss an sich – also wenn wir etwas nicht unbedingt, notwendig, absolut brauchen – ist ein Anzeichen von Fülle. Das ist wie mit dem überlaufenden Wasser, es wird im Moment nicht gebraucht. Und wenn es weiter fließt, dann erzeugt es dieses kräftige Gefühl von überbordender Fülle. Ein Gefühl an dem wir uns erfreuen können. Und wenn der Überfluss Freude bringt, dann ist er nicht überflüssig.

Wenn wir das überfließende Wasser aufstauen wollen, dann geht dieses Reichtumserlebnis schnell verloren. Das Wasser bleibt im Stausee. Das können wir nur noch am Wasserstand ablesen. Das Wasser steht rum. Die ursprüngliche Kraft ist erst erlebbar, wenn das Wasser wieder fließt. Außerdem brauchen wir eine größere Staumauer, um mehr Wasser zu halten. Das kostet uns Kraft, Aufmerksamkeit und Lebenszeit.

Nur, weil mehr da ist, als du brauchst, musst du noch lange nicht alles nutzen.

Der Bankkaufmann in mir springt natürlich gerade im Quadrat . Der kennt dafür nur ein Wort: Verschwendung. Aber das Gefühl an der Staumauer beeindruckt auch diesen Teil meiner Persönlichkeit. Außerdem ist das Wasser ja nicht verloren, es kann an der nächsten Staustufe genutzt werden. Das befriedigt auch den Wirtschafter in mir. Ressourcen teilen ist sinnvoll. Dann haben mehr Menschen etwas davon.

In vielen Bereichen unserer Gesellschaft sehe ich die Bestrebung, alles nutzen zu müssen, was wir in die Hände kriegen. Aber wenn das Grundgefühl dabei die Angst ist, etwas zu „vergeuden“ oder zu „verlieren“, dann kannst du noch so effizient werden, du erzeugst kein reiches Lebensgefühl. Die Aufmerksamkeit liegt auf Mangel und Verlust. Kein Überfluss.

Aber darum geht es ja. Über-Fluss! Fluss! Fließen!

Mir fallen da viele Situationen ein, mit denen sich Überfluss erleben lässt.  Das kann ja auch ein kleines „Überflüsschen“ sein. Um das zu erleben, braucht es selten große Heldentaten. Du kannst zum Beispiel deinen Arbeitskollegen auf ein Bier einladen ohne eine Gegeneinladung zu erwarten. So lebt ihr beide für diesen Moment im Überfluss. Oder du kannst Freunden kleine Geschenke machen. Blumen, Postkarten, kleine Aufmerksamkeiten, etwas Gebasteltes. Überfluss ist ja zum Glück nicht auf die materielle Ebene beschränkt. Kreativität kann man auch gut teilen. Ein Gedicht, eine kleine Zeichnung, ein Lied, eine Fußmassage. Alles Dinge, mit denen sich Überfluss erleben lässt.

Vielleicht hast du Gegenstände, die du im Moment nicht dringend benötigst. Sachen die du nur ab und zu nutzt. Was könnte das sein? Mir fallen da spontan Bücher, Sportgeräte und Urlaubsausrüstung ein. Es gibt aber bestimmt noch mehr. Eine gute Möglichkeit diesen Überfluss in Aktion zu erleben ist: Teilen. Du kannst die Sachen zusammen mit anderen Menschen nutzen, so dass jeder seine Freude daran hat. Natürlich kannst du die Dinge auch verborgen oder verschenken.

Überfluss erlebt sich gut im Miteinander

So erzeugt dein Überfluss gleich noch ein reiches Gefühl in deiner Umgebung. Vielleicht hast Du ja noch ganz andere Ideen, wie du den Überfluss in deinem Leben erleben kannst. Aber denke daran:

Es gibt nur Eine, die das machen kann. Dich selbst!

Viel Spaß dabei.

 

 

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